Genstande / Gegenstände

Die dänische und die deutsche Minderheit

Flaggen: dänisch, deutsch und schleswigsch

Aus historischer Perspektive waren es die Volksabstimmung und die Grenzziehung im Jahr 1920, die die Minderheiten nördlich und südlich der Grenze schufen. Durch die Grenzziehung verblieb der südliche Teil Schleswigs bei Deutschland, während Nordschleswig zu Dänemark kam. Dadurch entstand eine große deutsche Minderheit nördlich der Grenze und eine kleine dänische Minderheit südlich der Grenze.

Nach 1920 etablierte die deutsche Minderheit ein Netzwerk von Organisationen, die sichern sollten, dass die sprachlichen und kulturellen Besonderheiten des deutschen Bevölkerungsteils in Dänemark erhalten blieben. Nach dem Zweiten Weltkrieg erfuhr die dänische Minderheit in Südschleswig starken Zulauf. Insbesondere in den ersten Nachkriegsjahren wurde über einen Anschluss Südschleswigs an Dänemark gesprochen. Die deutsche Minderheit war in den Jahren 1933-45 in weiten Teilen nazifiziert und forderte eine Vereinigung Nordschleswigs mit dem Deutschen Reich. 1945 beherrschte die sogenannte Rechtsabrechnung das Geschehen in der Minderheit. Im gleichen Jahr erkannte die deutsche Minderheit die Grenzziehung von 1920 an. Die beiden Minderheiten sind heute loyale und aktive Mitspieler in der demokratischen Gesellschaft ihrer Heimatländer. 

Die dänische Minderheit heute

Die dänische Minderheit in Südschleswig umfasst etwa 50.000 Personen. Die dänischen Südschleswiger haben eine Reihe von Institutionen in der Region etabliert; sie betreiben unter anderem ihr eigenes Schulwesen mit 48 dänischen Schulen südlich der Grenze.

Die deutsche Minderheit heute

Gegenwärtig zählen sich etwa 15-20.000 Personen zur deutschen Minderheit. Von dänischer Seite werden sie seit der Mitte des 19. Jahrhunderts auch Heimdeutsche genannt, eine Bezeichnung, die die Minderheit teilweise übernommen hat.